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Musik

Musik ist immer mit und um uns.
Je nach Zeitepoche nehmen Generationen Musik unterschiedlich wahr und Musik verändert sich auch; bildet neue Stilrichtungen aus.
In den Musikbildern der Künstlerin werden Zeitabschnitte, Epochen und Fragmente einzelner Künstler eingefangen und interpretiert.
Es entstehen nun neue Serien neben den 12 ersten Werken im Format 70 cm x 70 cm. Hierzu zähen auch die Interpretationen von klassischen Musikakten. So die vier Jahreszeiten von Vivaldi. Im Bild gezeigt das Hauptthema des Frühlings von Vivaldi ---Vier Jahreszeiten---

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Billie Holiday

Bilie Holiday

Öl auf Leinwand/ 2015 Bild

1 Triptychon

Billie Holiday 2

Bilie Holiday

Öl auf Leinwand/ 2015

Bild 2 Triptychon

Billie Holiday 3

Bilie Holiday

Öl auf Leinwand/ 2015

Bild 3 Triptychon

Billie Holiday, mit Spitznamen Lady Day, wurde am 07.04.1915 als Elinore Harris in Philadelphia geboren und wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Sie starb mit 44 Jahren am 17.07.1959 in New York.

Holiday kam aus dem dunkelsten Milieu der Huren- Drogen und Gewaltszene, stand für die Schwarzen auf und war gegen Rassismus. Ihre Musik war eigenwillig, durch Improvisation geprägt. Sie hat ihre Persönlichkeit mit in ihre Songs gebracht, Heiterkeit, Energetik, Empfindsamkeit, Schüchternheit, Naivität, Lüsternheit, Kriminalität, Geldnot, Suff, Verfall.

Sie liest keine Note sondern spürt die Schwingung der Musik und interpretiert sie auf ihre Art. Während sie selber ihr Publikum verwirrt und betört, ist sie persönlich eine Dame, die wegen ihres Drogenkonsums auf die Bühne geführt werden muss, die vollgedröhnt und abhängig an der Nadel und an der Flasche hängt.

Sie wirkt weise und lebensklug, gleichzeitig sehr einsam. Ihr Herz schenkt sie einem Boxer, Mister. Er wird ihr ständiger Begleiter.

Als sie geboren wurde, war ihr Vater 18 Jahre, ihre Mutter 19 Jahre alt; in den USA, wo man mit 21 Jahren erwachsen gilt, waren die Eltern somit noch Kinder oder Jugendliche. Mit dem vermutlich leiblichen Vater lebte sie nie unter einem Dach. Die Mutter Sarah Fagan, geborene Harris (1896-1945) behauptetem der leibliche Vater sei Clarence Halliday (1898-1937).

Die Mutter arbeitete, bis Billie Holiday 10 Jahre alt war,  als Serviererin im Zug, mit der Folge, dass sie größtenteils bei der Schwiegermutter ihrer Halbschwester Martha Miller in Baltimore aufwuchs. Als Billie 11 Jahre alt war eröffnete die Mutter das Restaurant The East Side Grill. Dort musste Billie bereits früh arbeiten und brach ebenso früh die Schule ab.

Billie Holiday wurde mit viel Gewalt groß, Sexualverbrechen. Auch am eignen Leib und Leben wahrgenommen. Durch die Umstände geriet sie früh in Erziehungsheime. Als Billie 11 Jahre alt war begann die Mutter im Bordell zu arbeiten, sie selbst als Botin. Dort lernte sie die Musik von Louis Armstrong und Bessie Smith kennen. Da die Mutter verhaftet wurde, zog Billie zu Martha Miller zurück und arbeitete wahrscheinlich selbst in Baltimore als Prostituierte.
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In dieser Zeit begann sie mit dem Singen, das war im Jahre 1929, als Billie 14 jahre alt war und wurde unter diesem namen Billie Holiday bekannt. Der Name setzte sich zusammen aus dem Vornamen der Schauspielerin Billie Dove und dem Nachnamen ihres vermutlich leiblichen Vaters Clarence Holiday.
Ihr Leben war geprägt durch Razzien, Verhaftungen, Prostitution, Drogen und Gewalt. Das spiegelt sich in ihrer Musik, der Jazzmusik auch wieder.


In ihrer Gesangkarriere begann sie 1929 in Clubs aufzutreten, so auch dem Grey Dawn, dem Pod’s and Jerry’s und dem Brooklyn Elks’ Club. 1933 unterschrieb sie unter John Hammond und Bernie Hanighen ihren ersten Plattenvertrag. John Hammond und Bernie Hanighen waren begeistert von dem Improvisationstalent dieser jungen Frau. Mit Benny Goodman nahm die 18jährige Your Mother’s Son-In-Law und Riffin’ the Scotch auf. Letzterer wurde mit einer Auflage von 5.000 Stück Billie Holidays erster Hit. 1935 sang sie Saddest Tale in Duke Ellingtons Symphony in Black: A Rhapsody of Negro Life
1935 nahm wurde sie ebenso Brunswick Records unter Vertrag. Hier sang sie Swing Stücke für die Jukebox auf, in denen ihre Improvisationen und ihr unkonventioneller eigenwilliger Stil ebenso zum Ausdruck kamen.
Neben den Plattenverträgen nahm man einzelne Songs unter ihrem Namen auf.
1937-1938 sang sie bei Count Basie, wobei man ihr bei der Melodiefindung ebenfalls freie Hand ließ. Hier nahm man Lieder wie I Can’t Get Started, They Can’t Take That Away from Me und Swing It Brother Swing auf.
Danach sang sie bei Artie Shaw. Das Management wollte lieber Nita Bradley dort sehen, da diese weiß war. So ließ man Billie Holiday über den Lastenaufzug und den Hintereingang auf die Bühne kommen und gehen. So belief es sich auf die Aufnahme Any Old Time, als Holiday Artie Shaw aus Protest verließ.
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Das Problem der Diskriminierung von Schwarzen betraf Billie Holiday ebenso wie viele andere Künstlerinnen und Künstler auch, die Schwarz sind. Dafür sprach auch der enttäuschende Film New Orleans (1946), in dem sie neben ihrem Vorbild Louis Armstrong auftrat. Sie durfte aber lediglich als Dienstmädchen auftreten eine regulär vorgesehene Rolle für Schwarze.
Trotz aller Widrigkeiten erreichte sie 1938 mit ihrer Aufnahme I’m Gonna Lock My Heart Platz 6 in den Charts.
1939-1944 begann der Höhepunkt ihres Erfolgs. Sie sang 1939 den Song Strange Fruit. Hier spiegelt sich ihre Kritikbereitschaft wieder, die Holiday in ihren Liedern bereit war zu interpretieren. Das Lied kritisiert beispielsweise die Lynchjustiz an Schwarzen. Der Song wurde ein großer Erfolg.
1944 bat sie um mehr Streicherensemble, so wie Ella Fitzgerald und Frank Sinatra und setzte sich durch. Lover Man für Decca wurde so z.B. aufgenommen. Ebenso wurde in Folge mehr Streicher im Hintergrund gewählt.

1944 wurde sie im Metropolitan Opera in New York als Jazzsängerin gefeiert.
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Ihr Niedergang zeichnete sich bereits bei den Aufnahmen im Film New Orleans durch ihre Heroinsucht ab.

Im Jahr 1947 wurde sie wegen Drogenbesitz verhaftet und wurde verurteilt. 1948 wurde sie wegen guter Führung vorzeitig entlassen. Das Konzert in der Carnegie Hall ihr Comeback 1948 war ein voller Erfolg.
Durch ihre Vorstrafe hatte sie ihre Cabaret-Lizenz verloren. Dort wo Alkohol ausgeschenkt wurde, durfte sie nicht mehr singen, was ihre Honorare erheblich minderte.

Ebenso hat Holiday an einigen Auftritten nie viel verdienen können. Da ihre Lieder über weite Teile improvisiert wurden, waren diese Aufnahmen für Brunswick z.B. nicht teuer. Die Künstlerin bekam dafür eine Einmalzahlung; erhielt keinerlei Geld aus den Plattenverkäufen, Radioaufführungen, obwohl sich Aufnahmen wie I Cried for You 15.000 Mal und mehr verkauften.

Ebenso verspielte ihre Mutter ihr Geld beim Würfeln. Als Holiday Geld von ihr haben wollte, war ihre Mutter nach Hören sacgen nicht bereit ihr welches zu geben. Se verließ das Restaurant Mom Holiday, wie die Mutter es unbenannt hatte, und soll gerufen haben: God bless the child that’s got its own!, woraus später die Titelzeile des Liedes God Bless the Child werden sollte. Der Song erreichte Platz 3 in den Billboards des Jahres und verkaufte sich über eine Million Mal.

Am Ende Ihres Lebens hatte sie 0,70 US Dollar auf ihrem Konto.
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1949 wurde sie erneut wegen Drogenbesitzes festgenommen, ab 1950 geriet sie mehr und mehr in Gewaltexzesse, Drogen und gesundheitlichen Abstieg. In ihren späten Aufnahmen ist merklich der Verlust ihrere Stimme zu bemerken, so z.B. bei den Verve Records  Aufnahmen. ie Stimme wirkt depressiver, schwermütiger und weicher.

1956 hatte sie ihre letzten beiden ausverkauften Konzerte in der Carnegie Hall, eine Auszeichnung, insbesondere für schwarze Künstler. 13 Aufnahmen sind 1961 auf dem Album The Essential Billie Holiday – Carnegie Hall Concert übernommen worden.

Gilbert Milstein von der New York Times schrieb dazu in seinem Covertext:

„Die Probe war zusammenhangslos, ihre Stimme klang dünn und schleppend, ihr Körper müde gebeugt. Aber ich werde niemals die Metamorphose an diesem Abend vergessen. Das Licht erlosch, die Musiker begannen zu spielen und die Erzählung begann. Miss Holiday trat zwischen den Vorhängen hervor in das sie erwartende Scheinwerferlicht, in eine weiße Robe gehüllt und mit einer weißen Gardenie im schwarzen Haar. Aufrecht und schön, souverän und lächelnd. Und als sie den ersten Teil ihrer Erzählung beendet hatte, begann sie zu singen –  mit unverminderter Kraft – mit all ihrer Kunst. Ich war sehr bewegt. Mein Gesicht und meine Augen brannten in der Dunkelheit. Und ich erinnere mich an eine Sache. Ich lächelte.“

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1959 wurde bei Billie eine Leberzirrhose festgestellt. Da sie weiter trank wurde sie am 31.05.59 ins Metropolitan Hospital eingeliefert. Während Polizisten sie wegen Drogenbesitzes verhaften wolten, starb sie. Sie wurde auf dem Saint Raymonds Cemetery in der Bronx bestattet.

Später wurde  Billie Holiday in die Blues Hall of Fame und auf dem Hollywood Walk of Fame aufgenommen.

Billie Holiday 1-3

[Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Billie_Holiday, http://www.zeit.de/2015/13/billie-holiday-geburtstag-jazz-rassismus; http://www.spiegel.de/einestages/billie-holiday-100-geburtstag-der-jazz-saengerin-a-1026624.html; http://www.arte.tv/guide/de/055894-000/billie-holiday-a-sensation; ]

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Kunst verbindet, hat soziale Aufgaben, weckt auf und erweitert den Horizont, bringt Visionen und neue Theorien hervor.  Hierfür wird eine Gegenkultur gelebt, die sich nicht an den örtlichen Arrangements von etablierten Künstlergruppen orientiert. Gegenkultur beschreibt eine bestimmte, längerfristig gesellschaftlich wirksame Entwicklung einer eigenen Kulturvorstellung, die eine möglichst unangepasste authentische Wirkungsform hervorbringt. [Claudia Hiddemann-Holthoff Februar 2015]

Jeder Künstler geht seinen eigenen Weg. Die Künstlerin lebt ein Stück Gegenkultur im Bereich örtlich geförderter Kunst.